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3-Liter-Haus-Technik

Kriterien

• Planungshinweise

Energiezyklen

Planungshinweise

Damit die Erstberechnung bereits realistische Chancen auf Erfüllung hat und der Weg vom Erstentwurf bis zur 3-Liter-Bestätigung für die Planung nicht allzu weit wird, gelten folgende Planungshinweise, die bereits vor der ersten Energiebilanzierung einzuhalten sind:

  • Ein gutes Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ist unerlässlich. Ein eingeschossiges Gebäude (Bungalow) scheidet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, dreigeschossige Gebäude erfüllen die Kriterien wesentlich leichter, als zweigeschossige. Durch Erker, Auskragungen, Loggias wird die Oberfläche oft stärker vergrößert, als man frei schätzen würde. Derartige Elemente bedingen oft dramatische Nachdämmforderungen für alle anderen Bauteile oder machen das Erreichen der Zieldefinition gar unmöglich. Solche Elemente sind z.B. bei dreigeschossigen Gebäuden eher vorstellbar als bei zweigeschossigen.
  • Die Orientierung an der Sonne ist unerlässlich. Große Fensterflächen nach Osten, Westen oder Norden sind oft k.o.-Entscheidungen.
  • Zukunftsorientierte Wärmedämmung ist unerlässlich. Die Dämmstärke (U-Werte) hängt ab vom Verhältnis Oberfläche zu Volumen des Gebäudes, von der Qualität der passiven Sonnenenergienutzung und vom Ortsklima. Für den Erstentwurf sind U-Werte von 0,10 bis 0,15 W/m2K für Boden, Außenwand und Decke anzunehmen. Die optimalen U-Werte werden in der Berechnung der Energiebilanz ermittelt.
  • Solaranlage (zumindest für die Warmwasserbereitung im Sommer) und automatische Komfortlüftung sind nicht zwingend vorgeschrieben, erleichtern aber das Erreichen der Zielvorgabe erheblich. In sehr wenigen günstigen Fällen kann entweder auf die Solaranlage (z.B. bei Einsatz einer Wärmepumpe für Warmwasserbereitung) oder auf die Lüftungsanlage (z.B. bei sehr großer Solaranlage) verzichtet werden. Ein Verzicht auf beides ist nicht vorstellbar.
  • Die Fensterqualität (Glas & Rahmen) ist von entscheidender Bedeutung. Insbesondere über die Fensterrahmen geht bei den aktuellen Glas-U-Werten (0,6 - 0,9 W/m2K) mehr Energie verloren als über die Glasfläche. Deshalb sind die Fenster mit besonderer Sorgfalt auszuwählen. Für die U-Werte der Fenster sind Prüfzeugnisse oder zumindest eine Berechung nach EN 10077 abzugeben. Empfehlenswert sind Fenster, die im eingebauten Zustand einen Uw-Wert von 0,85 W/m2K oder kleiner erreichen.
  • Beheizte Kellerräume erhöhen des zu beheizende Luftvolumen oft sehr. Bei der Planung ist darauf zu achten ob ein Kellerraum ganzjährig voll beheizt werden muss oder gar nicht. Trennungen zwischen Zonen unterschiedlicher Raumtemperaturen (Windfang und Flur, Treppe in den Keller) sind sehr empfehlenswert.

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